Recruiting
25.3.2026

Gold beim Employer Branding Summit: Wie Siemens Schweiz Servicetechniker:innen per WhatsApp erreicht

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Inhaltsverzeichnis

Gold beim Employer Branding Summit: Wie Siemens Schweiz Servicetechniker:innen per WhatsApp erreicht

Recruiting25.03.2026

Beim Employer Branding Summit 2026 in Wien gab es doppelten Grund zum Feiern für Siemens Schweiz: 🥇 Gold in der Kategorie Recruiting für das Projekt Dialekt & Digital – und 🥈 Silber in der Kategorie Attraction für die Siemens Excellence Kampagne.

Servicetechniker:innen zu rekrutieren gilt als eine der schwierigsten Aufgaben im Recruiting. Sie sind selten am Schreibtisch, bewerben sich kaum über klassische Jobportale – und springen bei komplizierten Formularen sofort ab. Siemens Schweiz hat dafür einen Weg gefunden, der jetzt ausgezeichnet wurde.

Wie das gelungen ist? Melanie Will, Team Lead Talent Acquisition bei Siemens Schweiz, und Roman Freitag, Recruiting Marketing & Talent Attraction Partner, haben es uns erzählt.

Das Problem: Der Bewerbungsprozess passte nicht zur Zielgruppe

Servicetechniker:innen sind keine klassischen Bürojobs – sie gehören zu den sogenannten Deskless Workers: Menschen, die keinen festen Arbeitsplatz am Computer haben, ständig unterwegs sind und einen schnellen und vereinfachten Bewerbungsprozess benötigen Doch das bestehende Recruiting-System von Siemens war alles andere als schnell:

  • Ein komplexes Bewerbermanagementsystem mit vielen Pflichtfeldern
  • Desktop-lastige Prozesse, die auf dem Smartphone kaum bedienbar waren
  • Standardisierte Formulare ohne Spielraum für mobile Bewerbungen

Das Resultat: Qualifizierte Kandidat:innen sprangen ab, bevor sie überhaupt die erste Frage beantwortet hatten. Nicht, weil sie kein Interesse hatten, sondern weil der Prozess sie aufhielt.

Die Lösung: WhatsApp als offizieller Recruiting-Kanal

Im Oktober 2023 führte Siemens Schweiz gemeinsam mit PastaHR eine WhatsApp-Bewerbungslösung ein. Das Ziel war klar: einen alternativen, mobilen Bewerbungsweg schaffen, dort, wo die Zielgruppe schon ist.

Was sich für Kandidat:innen verändert hat:

  • Bewerbung per WhatsApp – kein Login, keine langen Formulare, kein Desktop nötig
  • Kommunikation wie gewohnt – Fragen und Antworten laufen direkt im Chat, nicht per E-Mail hin und her
  • Schnelle Rückmeldung – statt tagelangem Warten folgt eine direkte Reaktion

Und was das für das Recruiting-Team bedeutet:

  • Automatische Vorqualifizierung – Must-have-Kriterien werden im Chat abgefragt, die KI filtert unpassende Bewerbungen heraus, bevor sie überhaupt beim Recruiting-Team landen
  • Kandidat:innen-Routing – Bewerbungen landen direkt beim zuständigen Recruiter, nicht im zentralen Postfach
  • Dokumenten-Management im Chat – Unterlagen werden direkt im Gespräch eingesammelt und zugeordnet, kein Nachfassen per E-Mail, kein manuelles Ablegen
  • Kampagnen-Tracking – welcher Kanal bringt wie viele Bewerbungen, welche davon sind qualifiziert, alles in einer Übersicht sichtbar

Die Kampagne: Dialekt statt Konzernsprache

Parallel zur technischen Umsetzung startete Roman Freitag eine Social-Media-Kampagne, um WhatsApp als neuen Bewerbungskanal bekannt zu machen, auch bei Leuten, die gerade gar nicht auf Jobsuche waren.

Der Projektname Dialekt & Digital war Programm: Statt einer einheitlichen Botschaft für die ganze Schweiz sprach die Kampagne Servicetechniker:innen in regionalen Dialekten mit lokal angepassten Inhalten an. Kein generisches Konzern-Werbedeutsch, sondern Inhalte, die sich anfühlten wie von jemandem aus der Region.

Konkret bedeutete das:

  • Videos und Texte im lokalen Dialekt je nach Region unterschiedlich.
  • Keine gestellten Bilder, sondern echte Einblicke in den Arbeitsalltag.
  • Social-Media-Anzeigen, die Menschen ansprechen, die nicht aktiv suchen, aber wechselbereit wären.
  • Kein Copy-paste derselben Botschaft in alle Regionen.

PastaHR sorgte dafür, dass der Übergang von der Anzeige zur WhatsApp-Bewerbung reibungslos funktionierte, inklusive enger Abstimmung mit der externen Kreativagentur.

Die Ergebnisse: 20x mehr Bewerbungen

20x mehr Bewerbungen durch die kombinierte WhatsApp- und Social-Media-Kampagne – und das nicht auf Kosten der Qualität: Durch die automatische Vorqualifizierung im Chat kamen nur Kandidat:innen weiter, die die Must-have-Kriterien erfüllten.

Dazu:

  • Mehr Bewerbungen an Standorten, die vorher schwer zu besetzen waren.
  • Kandidat:innen meldeten sich schneller zurück, weil die Kommunikation per WhatsApp deutlich direkter war.
  • Siemens wurde von Bewerber:innen zunehmend als Unternehmen wahrgenommen, das unkompliziert zu erreichen ist.

Was den Unterschied gemacht hat

Der Ansatz von Siemens Schweiz war nicht neu in dem Sinne, dass niemand vorher auf WhatsApp gesetzt hatte. Aber die Kombination hat gestimmt:

  1. Dialekt statt Einheitsbotschaft: wer regional spricht, wirkt glaubwürdiger.
  2. WhatsApp nicht als Testballon, sondern als fester Kanal: mit echtem Prozess dahinter.
  3. Bewerbung und Kampagne aus einem Guss: kein Medienbruch zwischen Anzeige und Bewerbungsformular.
  4. Alles messbar: welche Region, welche Anzeige, welcher Kanal.

Was Melanie Will anderen HR-Teams empfiehlt

Auf die Frage, was sie jemandem sagen würde, der PastaHR noch nicht kennt:

"Die Plattform funktioniert. Der Bewerbungsprozess per WhatsApp lässt sich schnell aufsetzen, Kandidat:innen kommen damit gut zurecht – und man sieht, was läuft."

Was sie persönlich schätzt: die Flexibilität beim Aufbau verschiedener Bewerbungsfunnel, die einfache Bedienung auf beiden Seiten und dass das PastaHR-Team bei Fragen schnell da ist.

Was als Nächstes kommt

Siemens plant, die WhatsApp-Bewerbung auf weitere Jobfamilien auszuweiten. Ausserdem sollen das regionale Targeting weiter verfeinert und mehr Schritte im Prozess automatisiert werden.

Dein Recruiting läuft noch über Formulare?

Gerade für Deskless-Rollen – Techniker:innen, Pflegepersonal, Logistik, Produktion – ist der Unterschied zwischen einem Formular und einer WhatsApp-Bewerbung oft der Unterschied zwischen Bewerbung und Abbruch.

Wenn Siemens Schweiz das mit 20x mehr Bewerbungen und einem Gold-Award zeigen kann, lohnt sich die Frage: Was wäre bei euch möglich?